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Abenteuer Ruanda

Abenteuer Ruanda5. September 2019, 3.00 Uhr, der Wecker klingelt! Es ist soweit, endlich geht‘s los. Vor Aufregung haben wir eigentlich kein Auge zugemacht, zu krass ist das Kopfkino: von dem, was kommt; was uns erwartet; wo uns diese 10 Tagen hinführen; was wir sehen und erleben; was wird und was nicht wird. Zu viele Gedanken, die uns vom Schlafen abhalten; zu groß die Freude, dass es endlich losgeht.

Als wir ankommen, sind wir überwältigt vom großen Empfang am Flughafen: Mindestens 20 Personen, darunter Schwestern, Freunde und Bekannte aus den letzten Jahren, sind gekommen, um uns zu begrüßen. Jeder von uns bekommt eine Rose überreicht! Als wir dann endlich das Gepäck verladen und im Bus Platz genommen haben – 12 Plätze für 15 Insassen – beginnt unser Abenteuer in Ruanda.

Schon die Fahrt durch die Hauptstadt Kigali ist Adrenalin pur mitten in der Nacht. Es ist schon stockdunkel, doch die Ruander sind immer noch unterwegs und die Straßen gerappelt voll. Für uns ist das sehr ungewöhnlich und wir dürfen uns auch gleich die deutsche Ordnung im Straßenverkehr abgewöhnen: Hier herrschen andere Regeln, das bemerken wir sehr schnell. Wer nicht ausweicht, hat das Nachsehen. Zum Glück gibt’s spätnachts noch eine Stärkung in der Unterkunft in Butare, nämlich frisches, exotisches Obst: Mini-Bananen vom Baum aus dem Garten, schmackhafte Maracuja und vieles mehr.

Die ersten Tage verbringen wir in der Stadt im Süden Ruandas; dort unternehmen wir einige Ausflüge: auf den Markt, ins Völkerkunde-Museum, auf eine Kaffeeplantage. Gerade diese Plantage ist ein Highlight: Mal zu sehen, wie unser Kaffee angebaut wird, den wir zu Hause in die Maschine füllen! Und wie viel Arbeit da wirklich dahintersteckt, bis ein Sack Bohnen gepflückt ist!

Am Sonntag dann sind wir zum großen Ordensjubiläum eingeladen. 100 Jahre Benebikira-Schwestern und keiner weiß so genau, was ihn erwartet. Wir wissen nur, dass es wohl ein großes Fest wird. Als wir dann auf dem Festgelände in Save ankommen, trifft uns der Schlag: Eine riesige Wiese mit vier gewaltigen Zelten bietet Platz für ca. 3000 Menschen. Und schon geht’s los mit einem Gottesdienst. Doch halt, das ist keine normale Messe, denn diese hier dauert ganze fünf Stunden, gefolgt von vier Stunden Festlichkeiten.

Nachdem auch die letzten Essenvorräte aufgegessen sind, beginnt glücklicherweise der inoffizielle Teil der Feier im Mutterhaus der Benebikira. Dort sind nur geladene Gäste, unter anderem wir, was uns eine sehr große Ehre ist. Der Innenhof des Mutterhauses gleicht einem Märchen: Über den ganzen Innenhof verteilen sich Lichterketten, große runde Tische sind mit schönen Blumen geschmückt, leise Musik läuft im Hintergrund und es ist ein mächtiges Buffet aufgebaut. Auf das farbenfrohe Essen folgen kunterbunte Tänze, Musik und Gesang.

Und dann ein weiteres Highlight unserer Reise: Wir überreichen unser Gastgeschenk. Im Vorfeld haben wir im Lehrerzimmer und in unserer Reisegruppe Geld gesammelt, sodass wir dem Orden nun zwei Kühe schenken können. Diese Tiere bedeuten in Ruanda sehr viel, Gesundheit und Wohlstand, sodass sich die Schwestern natürlich sehr darüber freuen. Noch lange würden sie sich an dieses Geschenk erinnern, sind sich alle sicher. Nach 15 Stunden geht‘s für uns zurück ins Studentenwohnheim in Butare. Wir sind völlig erschöpft, aber total überwältigt von den vielen Eindrücken.

In den kommenden Tagen besuchen wir noch unsere Partnerschule, das Collège Immaculée Conception, wo wir wieder mit beeindruckenden Tänzen empfangen werden. Doch dieses Mal sind wir dran, wir müssen mittanzen und blamieren uns auch gleich. Schnell also zeigen wir unseren Schultanz, den können wir, und alle Schülerinnen und Schüler tanzen mit. 

Weiter geht‘s für uns Richtung Akagera-Nationalpark. Nach einem Hotel-Stopp brechen wir frühmorgens zu einem weiteren langen, aber sehr tollen Tag auf. Wir sehen Elefanten, Giraffen, Affen, Nilpferde und Zebras. Es ist einfach großartig, diese vielen Tiere in freier Wildbahn zu erleben. Schön sind dann aber auch die letzten beiden Tage in Ruandas Hauptstadt, Shoppen, Essen und Trinken sind angesagt, bevor wir leider wieder vor der Rückreise stehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es war eine sehr, sehr tolle Reise. Wir waren alle positiv überrascht, wie sauber das Land ist, wie freundlich die Menschen sind, wie grün das Land ist und dass es eigentlich keinen Fleck ohne Menschen gibt. Überall begrüßte uns jemand, wenn wir mit unserem Bus vorbeikamen, und überall waren wir die Top-Attraktion. Denn dass man 12 weiße Europäer auf einem Haufen sieht, ist offenbar ein ungewöhnlicher Anblick. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ilse Nirk, früher Lehrerin an der JLS und jetzt Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam mit Save/Ruanda e.V.“, die diese Reise erst möglich gemacht hat!

Maren Boog, EG13, Schuljahr 2019/20


Fachabteilung Altenpflege